Reizbarkeit in den Wechseljahren: Warum du auf 180 gehst und was wirklich dahintersteckt
Reizbarkeit in den Wechseljahren fängt selten mit einem großen Drama an. Sie fängt ganz klein an, mit einem Geräusch, einer Frage, einem Kauen. Dein Partner sitzt neben dir und atmet einfach nur, wie er es seit zwanzig Jahren tut, und plötzlich könntest du an die Decke gehen. Nicht, weil er etwas falsch macht. Sondern weil bei dir gerade etwas ganz anderes los ist.
Und ich sage dir gleich am Anfang: Mit dir ist alles in Ordnung. Du bist nicht zickig geworden, nicht ungerecht, nicht plötzlich ein schwieriger Mensch. Was du erlebst, hat einen Grund, und den kannst du verstehen.
Du gehst hoch, bevor du es stoppen kannst
Vielleicht kennst du diese Situationen. Dein Kind fragt zum dritten Mal dasselbe, und statt ruhig zu antworten, fährst du es an, lauter und schärfer, als du eigentlich wolltest. Die Kollegin stellt eine völlig harmlose Nachfrage, und in dir zieht sich sofort alles zusammen. An der Kasse dauert es dir zu lange, und du merkst, wie du innerlich schon kochst, obwohl doch überhaupt nichts passiert ist.
Und das Fieseste daran ist: Du siehst es oft kommen. Während du noch redest, während die Stimme schon lauter wird, denkst du innerlich schon, das ist zu viel, halt an. Und trotzdem kannst du es nicht stoppen. Es ist, als würde jemand anderes für ein paar Sekunden das Steuer übernehmen.
Und ein paar Minuten später sitzt du da, vielleicht mit Tränen in den Augen, und denkst: Was war das gerade? Ich habe es doch kommen sehen. Warum habe ich es nicht gestoppt?
Das Schlimmste ist nicht der Streit
Und genau da liegt der Punkt, der so weh tut. Es ist nicht der Streit selbst. Es ist dieses Gefühl danach. Dieses Gefühl, dich selbst nicht mehr richtig im Griff zu haben. Du nimmst dir fest vor, beim nächsten Mal bleibe ich ruhig. Und dann kommt der nächste Moment, und es passiert wieder. Und genau da fangen viele Frauen an, an sich selbst zu zweifeln.
Falls wir uns noch nicht kennen: Ich bin Daniela, die Menopause-Rebellin. Ich bin durch diese Phase durch und erinnere mich noch sehr genau, wie sich das angefühlt hat. Ich fand es extrem anstrengend, nicht nur wegen der ständigen Konflikte, sondern weil ich mich selbst manchmal nicht wiedererkannt habe. Und was mir damals so richtig auf die Eierstöcke gegangen ist: dass es dafür kaum Aufklärung gibt.
Das erste Anzeichen, über das kaum jemand spricht
Überall liest du etwas über die klassischen Symptome, Hitzewallungen und so weiter. Aber kaum jemand sagt dir, dass genau dieses schnelle Hochgehen eines der ersten Anzeichen der Wechseljahre sein kann, der sogenannten Perimenopause. Und dass das oft lange vorher beginnt, manchmal Jahre vor den typischen Symptomen, und häufig schon mit Ende dreißig.
Deshalb verstehen so viele Frauen gar nicht, was da gerade mit ihnen passiert. Sie denken, sie seien einfach nur gestresst, überfordert, hätten zu viel um die Ohren. Dabei verschiebt sich in dieser Zeit hormonell schon einiges. Und genau das wirkt sich direkt darauf aus, wie schnell du reagierst.
Zwischen Reiz und Reaktion liegt weniger Zeit
Ganz konkret gesagt: Zwischen dem, was passiert, und deiner Reaktion liegt weniger Zeit als früher. Früher hattest du vielleicht noch diesen kurzen Moment dazwischen, dieses kleine Innehalten, in dem du entscheiden konntest, wie du reagierst. Und plötzlich ist dieser Moment viel kürzer geworden. Oder fast ganz weg.
Und genau das ist der Kern. Du reagierst nicht falsch. Du reagierst einfach schneller. Der Puffer zwischen Reiz und Antwort ist geschrumpft. Verantwortlich dafür ist unter anderem das Progesteron, das Hormon, das dich sonst innerlich beruhigt und ausgleicht. In der Perimenopause geht es als Erstes von Bord, und ohne diese beruhigende Hand fällt es dir schwerer, in genau diesen Sekunden ruhig zu bleiben.
Deshalb bringt es auch so wenig, dir einfach vorzunehmen, ich bleibe jetzt ruhig. Weil in dem Moment, in dem es passiert, ist dieser Vorsatz längst weg. Der Schlüssel liegt woanders, nämlich in diesem einen kurzen Moment, bevor du hochgehst. In diesen zwei, drei Sekunden. Wenn du lernst, genau diesen Moment zu erkennen, verändert sich etwas. Nicht perfekt, aber spürbar.
Du bist damit nicht allein
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, dann bist du weit davon entfernt, allein zu sein. Ganz viele Frauen erleben genau das, still, hinter verschlossener Tür, und trauen sich nicht, darüber zu reden, weil sie sich schämen. Dabei ist es kein Charakterfehler. Es ist Hormonchaos, und Hormonchaos kann man verstehen und entschärfen.
Dein nächster Schritt
Du musst nicht so weitermachen, und du musst auch nicht warten, bis es von allein vorbeigeht. Der erste Schritt ist, deinen ganz persönlichen Auslöser zu erkennen, also die Situationen, in denen es bei dir besonders schnell kippt. Denn wer seinen Auslöser kennt, ist ihm nicht mehr ausgeliefert.
Genau dabei hilft dir mein kostenloser Fragebogen. In wenigen Minuten findest du heraus, wo dein persönlicher Auslöser-Moment sitzt und was ihn bei dir befeuert. Kein ellenlanger Test, kein erhobener Zeigefinger, sondern ein ehrlicher erster Schritt zurück ans Steuer.
Reizbarkeit in den Wechseljahren ist kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt, sondern dass sich in dir gerade etwas verschiebt. Und je früher du verstehst, was da passiert, desto eher hast du diesen einen Moment vor dem Hochgehen wieder für dich.
Bleib rebellisch! Deine Daniela
